BCMS einführen: Schritt für Schritt nach ISO 22301

Ein Business-Continuity-Managementsystem (BCMS) führt man in acht Schritten ein: Auftrag der Leitung, Kontext und Geltungsbereich, Organisation und Rollen, Business-Impact-Analyse mit Risikobeurteilung, Strategien, Notfallpläne, Übungen sowie internes Audit mit Managementbewertung. Jeder Schritt entspricht einem Abschnitt der ISO 22301 und liefert einen prüfbaren Nachweis.

Das Wichtigste in Kürze
  • Acht Schritte vom Leitungsauftrag bis zur Managementbewertung, jeweils mit Nachweis.
  • Die Business-Impact-Analyse bestimmt alle späteren Prioritäten und Investitionen.
  • Klein anfangen: zuerst die kritischsten Produkte und Standorte, dann erweitern.
  • Erst nach einer Übung und einem internen Audit ist das System auditreif.

Welche Schritte gehören zur BCMS-Einführung?

SchrittInhaltISO 22301Ergebnis / Nachweis
1. Auftrag der LeitungZiele, Budget, Verantwortliche, BC-Politik5.1 bis 5.3Freigegebene BC-Politik, benannte BC-Verantwortliche
2. Kontext und GeltungsbereichInteressierte Parteien, Pflichten, Standorte, Produkte4.1 bis 4.4Dokumentierter Geltungsbereich, Anforderungsliste
3. Organisation und RessourcenRollen, Kompetenzen, Schulung, Kommunikation7.1 bis 7.5Rollenbeschreibungen, Schulungsnachweise
4. BIA und RisikobeurteilungKritische Aktivitäten, MTPD, RTO, RPO, Bedrohungen8.2Freigegebene Wiederanlaufziele, Risikobewertung
5. Strategien und LösungenErsatzlösungen je Ressource, Kosten und Nutzen8.3Beschlossene Strategien, bereitgestellte Ressourcen
6. Pläne und NotfallorganisationKrisenstab, Alarmierung, Notfallhandbuch, Wiederanlaufpläne8.4Freigegebene Pläne, Alarmierungslisten
7. Üben und testenÜbungsprogramm vom Plan-Review bis zur Stabsübung8.5, 8.6Übungsberichte mit Maßnahmen
8. Bewerten und verbessernKennzahlen, internes Audit, Managementbewertung9, 10Auditbericht, Protokoll der Managementbewertung

Schritt 1 bis 3: Wie schafft man die Grundlagen?

Am Anfang steht ein klarer Auftrag der Leitung. Er legt fest, welche Produkte, Standorte und Organisationseinheiten das BCMS abdeckt und wer verantwortlich ist. Bewährt hat sich, mit den wichtigsten Produkten und dem Hauptstandort zu beginnen und den Geltungsbereich später zu erweitern. Parallel werden gesetzliche, vertragliche und regulatorische Anforderungen gesammelt, etwa aus NIS-2, DORA oder Kundenverträgen.

Schritt 4: Warum ist die Business-Impact-Analyse so wichtig?

Die Business-Impact-Analyse zeigt, welche Aktivitäten zuerst wieder laufen müssen und wie lange ein Ausfall hinnehmbar ist. Aus ihr folgen die Wiederanlaufziele, an denen sich jede spätere Investition messen lässt. Fehlt sie, werden Maßnahmen nach Bauchgefühl oder nach IT-Technik priorisiert.

Schritt 5 und 6: Wie entstehen Strategien und Pläne?

Für jede Ressource, deren Wiederanlauf die Ziele nicht erreicht, wird eine Lösung gewählt: Vertretung, Ausweichstandort, Redundanz, Zweitlieferant oder ein manueller Notbetrieb. Danach werden Krisenstab, Notfallhandbuch und Wiederanlaufpläne erstellt. Gute Pläne sind kurz, ausführbar und auch ohne IT verfügbar.

Schritt 7 und 8: Wann ist das BCMS auditreif?

Auditreif ist ein BCMS, wenn der Managementzyklus einmal vollständig durchlaufen ist: mindestens eine ausgewertete Übung, ein internes Audit und eine Managementbewertung mit Entscheidungen der Leitung. Erst dann lohnt sich der Schritt zur Zertifizierung.

Häufige Fragen zur Einführung

Womit fängt man bei der Einführung eines BCMS an?

Mit dem Auftrag der Leitung: Sie legt Ziele, Geltungsbereich und Verantwortliche fest und stellt Ressourcen bereit. Ohne diesen Auftrag fehlt der Business-Impact-Analyse die Verbindlichkeit.

Braucht man für ein BCMS eine Software?

Nicht zwingend. Ab mehreren Standorten, vielen Prozessen oder regelmäßigen Audits erleichtert eine Software aber die Pflege von BIA, Plänen, Übungen und Nachweisen erheblich, weil alles verknüpft und versioniert ist.

Alle acht Schritte geführt in einem System: MGMSYS BCMS

Business-Impact-Analyse, Notfallpläne, Wiederanlaufstrategien, Übungen und Nachweise in einer Plattform: Das BCMS-Modul von MGMSYS führt entlang der Anforderungen der ISO 22301, ist in Deutschland gehostet und mit Informationssicherheit (ISO 27001), Datenschutz und Risikomanagement verzahnt.

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Quellen

  1. ISO 22301:2019 Security and resilience – Business continuity management systems – Requirements (ISO)
  2. ISO 22313:2020 Guidance on the use of ISO 22301 (ISO)
  3. BSI-Standard 200-4 Business Continuity Management (BSI)
  4. Spörrer, S. (2014): Business Continuity Management. ISO 22301 und weitere Normen im Rahmen der Informationstechnologie. Edition KWV, Springer Gabler